Hypnose

 

Hypnose ist ein psychologischer Zustand, der durch tiefe Entspannung, Fokussierung und erhöhte suggestible Bereitschaft gekennzeichnet ist. Obwohl das Wort "Hypnose" vom altgriechischen Wort "Hypnos" abstammt, welches "Schlaf" bedeutet, ist Hypnose kein schlafähnlicher Zustand, sondern eher vergleichbar mit einem intensiven Zustand der Konzentration. Diese sogenannte hypnotische Trance äußert sich durch eine vorübergehend veränderte Aufmerksamkeit im wachen Bewusstseinszustand.

 

Dieser Zustand ist fast jedem Menschen bekannt. Es ist ein Gefühl, wie wenn man tagträumt. Während dieser Tagträumerei ist man gedanklich nicht mehr vollständig in der aktuellen Umgebung präsent und der die Gedanken "driften ab". Diese Form des Tagträumens ermöglicht es, dass unser Geist in eine andere Realität eintauchen kann, während wir äußerlich in einer anderen Situation verharren. Hypnose ist also grundsätzlich etwas, was wir kennen.

 

In der Hypnose arbeiten wir mit dem Unterbewusstsein. Dies geschieht durch das Einleiten einer entspannten Trance, welche es ermöglicht, sich mehr auf innere Prozesse zu konzentrieren und weniger auf äußere Ablenkungen zu reagieren. Hypnose bedeutet nicht, die Kontrolle zu verlieren. Aufgrund des im Rahmen einer Hypnosesitzung erhöhten Aufmerksamkeitszustand erinnert man sich an alles, was in der Sitzung gesagt und gemacht wurde. Auch behält man zu jeder Zeit die Kontrolle über die eigenen Handlungen und kann nicht zu etwas gezwungen werden, das gegen die eigenen moralischen oder ethischen Grundsätze verstößt oder dem eigenen Willen entgegen steht. Dies bedeutet, dass ohne das eigene Mitwirken keine nachhaltigen Ergebnisse erzielt werden können. Die Person muss von sich aus eine Veränderung erzielen wollen.

 

Wirkungsweise

 

Um die Wirkungsweise von Hypnose zu verdeutlichen, ist es zunächst wichtig zu verstehen, wie unser Gehirn, Verstand und Geist funktionieren. Eine Unterscheidung wird dabei zwischen dem Bewusstsein, dem Unterbewusstsein und dem Unbewussten getroffen.

 

Unser Unbewusstes steuert automatische Prozesse unseres Körpers. Dazu zählen z. B. der Herzschlag, das Immunsystem und die Körpertemperatur. Das Bewusstsein ermöglicht uns analytisches, rationales und logisches Denken. Es umfasst unser Kurzzeitgedächtnis, unterstützt die Generierung von Willenskraft und rationalisiert, warum wir bestimmte Dinge tun. In der alltäglichen Hypnoseerfahrung wird deutlich, dass viele Aspekte durch das Unterbewusstsein gesteuert werden.

 

Im Unterbewusstsein befindet sich unser Langzeitgedächtnis, in dem jede erlebte Erfahrung gespeichert bleibt. Durch Hypnose kann auf diese Erinnerungen zugegriffen werden. Das Unterbewusstsein steuert ebenso Gewohnheiten und Emotionen. Eine seiner Hauptfunktionen besteht darin, uns vor realen oder eingebildeten Gefahren zu schützen.

 

Der sogenannte kritische Faktor (auch Türsteher oder Filter) liegt zwischen dem Bewusstsein und dem Unterbewusstsein. Er bewertet Informationen wie Suggestionen. Sind diese Informationen bereits im Unterbewusstsein vorhanden, passieren sie den kritischen Faktor problemlos und verstärken die dortige Information. Neue Informationen haben es schwerer, am kritischen Faktor vorbeizukommen, da mit zunehmendem Alter einer Person der Widerstand des kritischen Faktors steigt.